Entwicklungen am Strom- und Gasmarkt

Aktuelle Strompreisentwicklung

Sinkende Notierungen bei den Emissionsrechten sowie zunehmende Sorgen in Bezug auf die weitere Ausbreitung des Corona-Virus bewirkten in der zurückliegenden Woche insgesamt fallende Preise bei den Jahresprodukten für Base und Peak. Heute handeln die Kontrakte wenig verändert gegenüber den Settlements vom Freitag.  

In den kommenden Tagen erwarten wir eine Fortsetzung der Vorwochentendenz, d.h. im Mittel sollten die Notierungen unter dem Durchschnitt der Vorwoche liegen. Ausgehend von den aktuellen Preisniveaus (siehe oben) sind Verluste von bis zu etwa einem Euro/MWh realistisch, im Rahmen von üblichen vorübergehenden Erholungsphasen könnten Preissteigerungen von ca. 0,5 bis 0,7 Euro/MWh möglich sein. Als Gründe für
diese Entwicklung sehen einerseits die Nachrichtenlage zum Thema „Corona“, wodurch verstärkt Sorgen zur wirtschaftlichen Entwicklung und damit verbunden der Energienachfrage aufkommen, andererseits beobachten wir aktuell eine Schwächetendenz bei den Emissionsrechten, die auf das derzeit recht hohe Auktionsvolumen und die Corona-Sorgen zurückzuführen sein dürfte. Ferner handelt der EUA- Frontjahreskontrakt nahe einem charttechnischen Unterstützungsbereich, der knapp unter 25 €/t liegt. Sollte dieser nachhaltig unterschritten werden, könnten schnell noch weitere Verluste von 1-2 €/t bei den EUA’s entstehen und die Stromterminkontrakte mit nach unten ziehen. Von den Brennstoffen Kohle und Erdgas (siehe Seite 2) erwarten wir im Wochenverlauf keine preissteigernden Impulse für die Stromprodukte. Das Kohleangebot auf dem Weltmarkt erscheint derzeit recht gut zu sein und in Europa dürfte der Kohleverbrauch zunächst u. a. aufgrund einer besseren Verfügbarkeit von AKW’s sowie auf Basis von Temperatur- und Windprognosen nur moderat ausfallen.

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Aktuelle Gaspreisentwicklung

Die Gaspreise am Spot- und Terminmarkt haben zuletzt im Umfeld saisonal kühler Witterung, andauernder Angebotsbeschränkungen in Norwegen und weiter steigenden LNG-Preisen an den asiatischen Märkten im Verlauf der zurückliegenden Woche wieder an Wert gewonnen.  

Zu Wochenbeginn sehen wir relativ feste Spot- und Terminnotierungen, wobei das Kal. 2021 NCG den charttechnischen Widerstand bei 14,45 € überschreitet und damit ein technisches Kaufsignal auslöst. Wir vermuten heute im Tagesverlauf und wahrscheinlich auch noch morgen etwas Platz für weitere leichte Preissteigerungen. Fundamental sprechen allerdings im Wochenverlauf eine ab Mittwoch stark fallende Gasnachfrage
und wahrscheinlich leicht steigende Angebotsflüsse bei LNG und Gas aus Norwegen für ein „Luft ablassen“ bei den zuletzt stark gestiegenen Preisen am Spot sowie bei den Restmonaten des Jahres. Dies sollte auch den weiteren Auftrieb der Jahrespreise dämpfen und zu leichten Rücksetzern im Wochenverlauf führen. Weiterhin dämpfend dürften sich die stark zunehmenden Corona-Neuinfektionen und die Sorge neuer Lock-Down- Maßnahmen in den Wintermonaten auf die zuletzt durchaus deutlich aufgehellte Stimmung am Gasmarkt auswirken – insbesondere sollte sich der Trend leicht milder werdender Temperaturläufe für den Monatswechsel und den Zeitraum Anfang November in den kommenden Tagen bestätigen. 

Neutral blieb für die Gaspreise dabei der Einfluss der Ölpreise, die weiter relativ stabil in ihrer Handelsspanne verblieben. Von hier erwarten wir auch weiterhin keine starken Impulse und sehen den Brent Frontmonat über 40 $/b unterstützt und mit starkem Widerstand im Bereich 43,40 USD. Die weiterhin kursierende Pandemie und nach wie vor unsichere Aussichten für die mittelfristige Ölnachfrageerholung sowie zuletzt diverse leichte Angebotssteigerungen der Produzenten sprechen weiter gegen größeres Aufwärtspotential.

Die Energiemärkte auf einen Blick

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Alexander Krause
Alexander Krause

Leiter Vertrieb Geschäftskunden Bundesweit

+49(0)69213-22987