27. Februar 2019|ImmobilienmanagementDownloadsEnergieeffizienz

Energieaudit DIN EN 16247 – In 2019 steht die Wiederholung an

Seit 2015 ist branchenunabhängig für alle Unternehmen und Organisationen, die nicht als kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) eingestuft werden, die Durchführung eines Energieaudits nach der DIN EN 16247-1 verpflichtend. Ziel eines Energieaudits war und ist es, den Energieverbrauch zu analysieren, zuzuordnen und Energieeffizienzpotentiale durch die Analyse des Ist-Zustandes zu identifizieren. Innerhalb des Auditprozesses werden die verschiedenen vorgeschlagenen Maßnahmen durch technische Einsparberechnungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen bewertet, so dass das auditierte Unternehmen auf einen Blick erfassen kann, welche Investitionen am vorteilhaftesten ist.

Wiederholungsaudit in 2019 bringen Vereinfachungen

Nach dem ersten Energieaudit muss dieses alle vier Jahre erneuert werden. Die Frist zur ersten Energieauditperiode ist am 05. Dezember 2015 abgelaufen und so stehen im Jahr 2019 die Wiederholungsaudits für die meisten Unternehmen an. Dieses Wiederholungsaudit bringt aber auch Vorteile mit sich, die nachfolgend beschrieben werden.

Das Wiederholungsaudit erlaubt erstmals, ein Energieaudit im Gruppenverbund durchzuführen – dies führt zu deutlichen Aufwand- und Kostenreduzierungen. Bei Unternehmen mit einer Vielzahl an verbundene und Partner-Unternehmen ist die Vereinfachung am deutlichsten zu spüren. Diese können die sogenannte 90 %-Regel nun im Gruppenverbund anwenden, dies bedeutet, dass somit bis zu 10 % des gesamten Energieverbrauchs aller teilnehmenden Unternehmen vom Energieaudit ausgenommen werden. Neben Standorten, Anlagen, Prozessen oder Energieträgern können hier auch einzelne Unternehmen mit geringem Energieverbrauch, die in Summe nicht mehr als 10 % des Energieverbrauchs der Gruppe ausmachen, ausgenommen werden. Es muss nicht, wie im Erstaudit, jedes einzelne Unternehmen separat und mit einem eigenen Standortaudit und Vor-Ort-Termin betrachtet werden. Die Anzahl der betrachteten Standorte sinkt in den meisten Fällen und damit einher auch die monetären Aufwendungen für die Durchführung des Energieaudits. Die soeben beschriebene Regelung wirkt sich auch indirekt auf das Multi-Site-Verfahren aus, da bevor das Clusterverfahren mit gleichartige Standorte (bspw. Filialen) angewendet wird, die Gesamtanzahl der Standorte minimiert wird.

Neben diesen Vereinfachungen bei Gruppenaudits bringt das Wiederholungsaudit auch bei einzelnen Standortaudits Vorteile. Die Prozesse des Energieaudits sind bei den Verantwortlichen bereits bekannt, die Transparenz der Energieflüsse wird wiederholt kontrolliert, die Energieeinsparungen der bereits umgesetzte Maßnahmen können dargelegt werden und durch das wiederholte Betrachten des Unternehmens werden weitere Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz identifiziert.

Neues Energieaudit Merkblatt & Leitfaden und geplante Änderungen beim EDL-G

Mitte Februar 2019 wurde von der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) das Merkblatt für Energieaudits aktualisiert und ein Leitfaden zur Erstellung von Energieauditberichten erstellt. Mit beiden Dokumenten werden der Auditprozess und die benötigten Daten exakter beschrieben und die sich ergebenen Rückfragen aus der ersten Auditperiode wurden geklärt. Dies zeigt sich beispielsweise bei geleaste Fahrzeugflotten, bei dem in der Vergangenheit die Datenermittlung umständlich war, diese können seit dem neusten Merkblatt bei der Gesamtenergiebetrachtung ausgeschlossen werden. Auch kann bei verpflichteten Unternehmen, die ein Gebäude vermieten oder verpachten und somit keinen unmittelbaren Einfluss auf den Energieverbrauch haben, von einer Untersuchung dieser Gebäude abgesehen werden. Durch Schaubilder und ausführlichen Beschreibungen werden im Merkblatt und Leitfaden klarere Informationen vermittelt als bei der Vorgängerversion.

Neben diesen Vereinfachungen gibt es auch Verschärfungen bei der Berichtsform und den Maßnahmen. So werden die vorgeschlagenen Maßnahmen nun wirtschaftlich vollumfassend betrachtet und neben der Energieeinsparung auch der Kapitalwert und der Interne Zinssatz der Maßnahme dargestellt. Dies wirkt sich auch positiv für die auditierten Unternehmen aus, da sie so den wirtschaftlichen Rahmen der vorgeschlagenen effizienzsteigernden Maßnahmen besser einschätzen können.

Anfang des Jahres 2019 wurde ein Referentenentwurf zur Änderungen des Gesetzen über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) veröffentlicht. Hier ist vor allem die Freistellung der Auditpflicht von Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch kleiner 500.000 kWh pro Jahr zu nennen. Inwieweit die in dem Referentenentwurf vorgeschlagenen Änderungen realisiert werden, bleibt abzuwarten.

Fazit

Neben der rechtlichen Verpflichtung der Durchführung des Wiederholungsenergieaudit nach der DIN EN 16247-1 im Jahr 2019 bringt dieses auch deutliche Vereinfachungen mit sich. Mit dem Energieaudit im Gruppenverbund ist es möglich, kleine verbundene Unternehmen nicht mehr detailliert im Energieaudit zu betrachten zu müssen. Das neu veröffentliche Energieaudit Merkblatt und der neu entstandene Leitfaden zur Erstellung von Energieauditberichten beinhaltet nähere Informationen zur Durchführung und zu Änderungen beim Energieaudit. Im Jahr 2019 wird das Gesetzen über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G) in einer neuen Fassung erscheinen, Änderungen des Gesetzestextes werden auch hier erwartet.

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Andreas Ramonat

Projektleiter bei der ABGnova GmbH

+49(0)69213-84107