26. Juli 2019|EnergieeffizienzImmobilienmanagement

Alte Energieausweise verlieren ihre Gültigkeit

Bereits im vergangenen Jahr haben die ersten Energieausweise für Wohngebäude ihre Gültigkeit verloren, da diese nach einer zehnjährigen Laufzeit abgelaufen waren. Im Jahr 2019 geht es weiter: erst Wohngebäude, die nach 1966 gebaut wurden, dann die sogenannten Nicht-Wohngebäude, wie beispielsweise gewerblich genutzte oder kommunale Gebäude. Für diese steht ab dem 1. Juli die Erneuerung der Energieausweise an, wenn sie vermietet, verpachtet oder verkauft werden.

Für welche Gebäude gilt welche Verpflichtung?

Wohngebäude mit einem Baujahr vor 1966 benötigen schon seit dem Jahr 2008 einen Energieausweis, wenn sie verkauft, vermietet oder verpachtet werden. Seit Juli 2018 haben nach einer Zehnjahresfrist die ersten Energieausweise, die für Bestandsgebäude gelten, bereits ihre Gültigkeit verloren. Mit dem Jahresbeginn 2019 sind nun die Gebäude nach 1966 dran, denn seitdem gelten die Ausweise für die jüngeren Wohngebäude nicht mehr und müssen erneuert werden.

Seit dem 01. Juli 2009 ist nach EnEV der Energieausweis für Nichtwohngebäude bei Verkauf, Verpachtung und Neuvermietung ebenfalls Pflicht. Diese sind 10 Jahre gültig und demnach im Jahr 2019 zu erneuern. Nicht betroffen von der Pflicht zum Energieausweis sind alle Nichtwohngebäude, die eine Nutzfläche unter 50 Quadratmetern aufweisen, unter Denkmalschutz stehen und nicht regelmäßig beheizt oder gekühlt werden. Weitere Ausnahmen sind Gebäude, wie Gewächshäuser, Stallungen, Religiöse Einrichtungen, unterirdische Bauten und Gebäude, die zur wiederholten Zerlegung und Aufstellung bestimmt sind, z. B. Zelte und Traglufthallen. Zudem ist seit 2015 für bestimmte Gewerbegebäude mit Publikumsverkehr eine Aushangpflicht für Energieausweise vorgeschrieben. Diese betrifft sowohl behördlich genutzte Gebäude mit mehr als 250 Quadratmetern Nutzfläche als auch nichtbehördliche Gebäude mit mehr als 500 Quadratmetern wie zum Beispiel Banken, Hotels oder größere Geschäfte.

Bei gemischt genutzten Gebäuden ist der flächenmäßige Anteil entscheidend: Liegt der Anteil über 10 %, so ist ein separater Energieausweis für diesen Bereich auszustellen. Dies trifft sowohl für Wohngebäude als auch für Nichtwohngebäude zu.

Energieverbrauchs- oder Energiebedarfsausweis?

Wird nach 10 Jahren der Energieausweis erneuert, besteht die Wahl zwischen zwei Arten – der verbrauchsorientierten und der bedarfsorientierten Variante. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) empfiehlt den Energiebedarfsausweis, bei dem anhand der technischen Analyse aller Gebäudedaten der Energiebedarf – unabhängig vom Nutzverhalten – ermittelt wird. Beim Energieverbrauchsausweis bildet der Energieverbrauch der Gebäudebewohner der letzten drei Jahre die Berechnungsgrundlage. Die Werte sind also stark vom individuellen Verhalten der Bewohner abhängig.

Daraus ergeben sich auch die benötigten Unterlagen für die Erstellung eines Energieausweises:

  • Energiebedarfsausweis: Grundrisse/Schnitte/Ansichten (maßstäblich), Foto des Gebäudes, Informationen über die Anlagentechnik, falls vorhanden: Statik, Baubeschreibungen, Wärmeschutznachweise, Schornsteinfegerprotokolle
  • Energieverbrauchsausweis: Energiekostenabrechnung aller Gebäudebewohner der letzten drei Jahre, Nettogrundfläche und/oder Gebäudenutzfläche, Informationen zum Gebäude, Angaben über den Leerstand

Liegen die Energiekostenabrechnungen aller Mieter nicht vor oder sind diese lückenhaft über die drei Jahre vorhanden, so ist die Erstellung eines Energieverbrauchsausweises nicht möglich und es muss ein Energiebedarfsweis erstellt werden. Die Erstellung eines Energieverbrauchsausweises für Gebäude, die vor dem 1. November 1977 per Bauantrag genehmigt worden sind, maximal vier Wohneinheiten besitzen und noch nicht energetisch saniert wurden, ist ebenfalls nicht möglich. Auch hier muss ein Energiebedarfsausweis erstellt werden.

Änderungen bei den neuen Energieausweisen

Die neuen Energieausweise tragen jetzt eine Registriernummer, mit der sie bei dem Deutschen Institut für Bautechnik (DiBt) registriert werden. Diese Registrierung ermöglicht nun auch stichprobenartige Kontrollen der Energieausweisaussteller. Neu hinzugekommen ist auch die Angabe der Gebäudeeffizienzklasse von A+ (sehr gut) bis H (mangelhaft) bei der Farbskala.

Die Wohn- und Nichtwohngebäude, die Fernwärme im Rhein-Main Gebiet von der Mainova beziehen, profitieren durch den verbesserten Primärenergiefaktor mit einem besseren Primärenergieverbrauchs- oder -bedarfswert. Der Primärenergiefaktor lag vor zehn Jahren noch deutlich über dem derzeitigen Wert von 0,29 (Stand 27.12.2016), wodurch die Gebäude mit dem neuen Energieausweis eine bessere Gebäudeeffizienzklasse erreichen als zuvor.

Laut der Energieeinsparverordnung 2014 ist der Gebäudeeigentümer dafür verantwortlich, dass potenziellen Käufern oder Mietern spätestens bei der Besichtigung ein Energieausweis vorgelegt wird. Wird das Gebäude und/oder die Wohnung in einer Immobilienanzeige veröffentlicht, ist ebenfalls ein Energieausweis vorzulegen. Verstöße dagegen, können als Ordnungswidrigkeiten sanktioniert und mit einer Geldbuße geahndet werden.

Fazit

Die ersten Energieausweise bei Wohn- und Nichtwohngebäude laufen nach der zehnjährigen Gültigkeit ab und müssen erneuert werden. Je nach Voraussetzung können diese als Verbrauchs- oder Bedarfsausweis ausgeführt sein. Werfen Sie also einen Blick auf das Ausstellungsdatum Ihres alten Energieausweises und kümmern Sie sich frühzeitig um die Erneuerung. Wie Sie den Energieausweis für Wohngebäude selbst erstellen können, finden Sie auf der Homepage der Mainova. Bei dem Energieausweis für Nichtwohngebäude hilft Ihnen die Expertin Frau Kunkel gerne weiter.

Ihre Ansprechpartnerin:
Sabine Kunkel,
Bauingenieurin bei der ABGnova GmbH
Telefon: 069 213 84104
E-Mail: s.kunkel@remove-this.abgnova.de

 

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Andreas Ramonat

Projektleiter bei der ABGnova GmbH

+49(0)69213-84107