Entwicklungen am Strom- und Gasmarkt

Aktuelle Strompreisentwicklung

Die Nachricht vom letzten Montag, wonach ein Corona-Impfstoff möglicherweise vor dem Durchbruch steht, scheint weiterhin preisstützend auf die Energiekontrakte zu wirken. Zwar kam es im Verlauf der zurückliegenden Woche vorübergehend zu Notierungen unterhalb von 39 €/MWh beim Frontjahr Base, aber heute Vormittag handelt der Kontrakt um 40 Euro/MWh und wird dabei vor allem – wie üblich – von dem CO2-Preis (EUA) nach oben bewegt, der aktuell auch wieder über 27 €/MWh notiert. Die Marktteilnehmer scheinen das Corona-Thema langsam abzuhaken, was zuletzt auch von Daten zum Stromverbrauch in Deutschland gestützt wurde, der in den ersten Novembertagen in etwa auf dem Vorjahresniveau lag.

In Bezug auf den Preisverlauf beim FY Base erwarten wir im Wochenverlauf zwar anhaltend hohe Werte, allerdings keinen nachhaltigen Verbleib über 40 €/MWh und sehen die Handelsspanne überwiegend im 39er Eurobereich, wobei wir auch kurzfristig Notierungen unter 39 €/MWh für möglich erachten.

Als Gründe für diese Einschätzung können einerseits erneut Corona-Meldungen kurzfristig die Marktteil­nehmer verunsichert und Preisrückgänge auslösen, andererseits sollte auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass das Jahresband 2021 Base bereist mit einem Aufschlag von rund 10 €/MWh gegenüber dem Spotmarkt in diesem Jahr bewertet wird und somit eine Normalisierung im Wirtschaftsleben und beim Energie­verbrauch im Großen und Ganzen bereits eingepreist zu sein scheint. Darüber hinaus sehen wir auch bei Gas, Kohle und dem EUA-Kontrakt aufgrund des fundamentalen Umfelds zunächst keine nennenswerten Preisanstiege, auch wenn die Spot- und nahe liegenden Terminprodukte am Strom- und Brennstoffmarkt aufgrund sinkender Temperaturen und abflauendem Wind in den letzten Novembertagen etwas teurer werden könnten. Insgesamt erwarten wir etwas niedrigere Notierungen gegenüber dem aktuellen Preisstand (siehe oben.), d.h. FY Base vorwiegend unter 40 €/MWh (analog die übrigen Jahreskontrakte).

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Aktuelle Gaspreisentwicklung

Leicht gefestigt zur Vorwoche starten die Gaspreise nach leichter Konsolidierung am Donnerstag und Freitag in die Handelswoche. Fundamental stützend für Short-Term-Preise nahe 14 € bleibt der im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunkene Zufluss von Flüssigerdgas bei robusten deutschen und europäischen Verbräuchen und kühleren Witterungsaussichten ab kommenden Freitag. In Konkurrenz stehen die europäischen LNG-Importterminals mit den Märkten in Asien, wo sowohl in China als auch in Südkorea oder auch in Indien Preise um 20 € erreicht werden. Die Margen für US-LNG in Richtung Asien haben sich hier aufgrund nur geringer Zuwächse bei den Transportkosten und dem höheren Preisaufschlag für das Commodity Gas leicht zu Gunsten Asiens entwickelt, was bei stabil- bis noch anziehenden Niveaus in Richtung Dezember gegen signifikante Angebotszuwächse für Europa spricht. Eher neutral sind der hohe Speicherfüllstand in Europa von 93 % sowie stabile Flüsse aus Norwegen und Russland zu werten, da die Ausspeicherungssaison traditionell erst Mitte November an Fahrt gewinnt. Hier sieht es kurzfristig gut aus, da der europäische Gasverbrauch mit einer Annäherung an saisonal normale Temperaturniveaus erstmals deutlicher in diesem Winter anziehen wird. Insofern rechnen wir kurzfristig mit stabilen bis leicht festeren Niveaus, die aber in der Spanne der vergangenen Wochen bleiben dürften.

Am oberen Ende seiner Handelsspanne bewegt sich der Ölpreis bei aktuell 44,50 $ für den Frontmonat Brent. Stützend wirkt die Aussicht auf anwendbare Impfstoffe gegen Corona ab dem ersten Quartal 21 sowie die Erwartung einer fortgesetzten OPEC+-Förderkürzung bis hin zu einer nochmaligen Kürzungsausweitung bei einem Treffen der Ölkartells Ende des Monats.

Wir erwarten eine Seitwärtsbewegung beim NCG-Kalenderjahr 2021 in der Spanne 13,80 bis 14,40 € pro Megawattstunde. Der Ölpreis dürfte im Bereich 45 – 46 $ weiter auf starken Widerstand treffen.

Die Energiemärkte auf einen Blick

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Alexander Krause
Alexander Krause

Leiter Vertrieb Geschäftskunden Bundesweit

+49(0)69213-22987